Die richtige Basisernährung
Basisernährung - aber wie?
Der Blutzuckerspiegel
Nahrungsmittel-Kombination
Vitamine und Mineralien
Oft antworten Spitzensportler - nach
Gründen für ihren Leistungsschub gefragt: "Ich habe meine Ernährung umgestellt!"
Aber was ist dran an der Ernährung, welchen Einfluss hat sie auf unsere
Leistungsfähigkeit und wie hat eine vernünftige Ernährung auszusehen?
Ein Baustein der sportlichen Leistung
Der Einfluss der Ernährung ist nicht in Prozentpunkten auszudrücken, da zu viele
Einflüsse bei einer Leistungsentwicklung eine Rolle spielen. Sicher aber ist,
dass eine gesunde Ernährung zunächst einmal zu unserem Wohlbefinden beiträgt und
so die Voraussetzung für die Leistungsbereitschaft unseres Körpers schafft.
Viele trainingsfleißige Athleten haben sich sogar durch katastrophale Ernährung
oft um den sportlichen Erfolg gebracht; sich sozusagen selbst mit Messer und
Gabel bekämpft. Unser Körper kann, genauso wie ein Auto, mit dem falschen Sprit
im Tank nicht optimal arbeiten.
Grundvoraussetzung für eine positive Leistungsentwicklung ist eine ausgewogene
Basisernährung. Sie bildet die Grundlage und hat so den größten Einfluss auf die
Leistungsbereitschaft des Sportlers. Werden dem Organismus nicht genügend
Baustoffe, wie z.B Eiweiße zum Muskelaufbau und zur Regeneration von Sehnen und
Bändern, oder Wirkstoffe, wie Vitamine und Mineralstoffe, zur Verfügung
gestellt, können Trainingsreize nicht optimal umgesetzt werden. Stellen Sie sich
alle lebens- und leistungsnotwendigen Nahrungsmittel-Inhaltstoffe als "Lego-Bausteine"
vor, so wird Ihnen schnell deutlich, dass das Fehlen einzelner "Lego-Bausteine"
den Stoffwechsel des Athleten behindert.
Die wichtigsten Energielieferanten
Kohlenhydrate (KH) sind die wichtigsten Energielieferanten für den Sportler, da
sie im Vergleich zu Fetten leichter von der Muskulatur verwertet werden können.
Pro Liter eingeatmeten Sauerstoff (die Sauerstoffaufnahme ist beim Laufen der
limitierende Faktor) kann unser Körper aus Kohlenhydraten mehr Energie gewinnen
als aus Fetten. Außerdem können wir aus Kohlenhydraten auch im anaeroben
Leistungsbereich (ohne Sauerstoff) Energie bereitstellen. Ich bezeichne die
Kohlenhydrate daher gerne als Superbenzin für den "Motor" des
Leistungssportlers.
Die Dauer der Belastung ist entscheidend
Je nach Art der Belastung, setzt der Organismus seine ihm zur Verfügung
stehenden Energiereserven ein. Für kurze Sprints werden unter rein anaeroben
Bedingungen Adenosintriphosphat (ATP) und Kreatinphosphat (KP) als Energieträger
verbraucht. Diese energiereichen Phosphate werden nach der Belastung durch den
Kohlenhydratstoffwechsel regeneriert. Mit zunehmender Dauer der Belastung werden
zunächst hauptsächlich Kohlenhydrate als Energiespender eingesetzt. Im
Langzeit-Ausdauerbereich dominiert immer mehr der Fettstoffwechsel. Er findet
allerdings unter aeroben Bedingungen statt, d. h., der Sportler muss über die
Atmung ausreichend Sauerstoff aufnehmen und deswegen sein Lauftempo drosseln.
Ziel des Athleten ist es, möglichst lange die Kohlenhydrate als Energieträger
heranziehen zu können. Dafür muss ihm eine ausreichende Kohlenhydrat-Reserve,
das Glycogen, zur Verfügung stehen. Dieser sogenannte Glycogen-Speicher ist
durch Training und Ernährung beeinflussbar.
Essen Sie natürlich!
Der Basis-Speiseplan des Sportlers sollte so aussehen, dass der größte Anteil
seiner Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs ist. Wer regelmäßig Reis,
Kartoffeln, Teigwaren (Nudeln) und Cerealien (Getreideprodukte in
unterschiedlicher Verarbeitungsart wie z. B. Brot, Müsli) isst, schafft ideale
Voraussetzungen für gut gefüllte Glycogendepots. Die oben genannten Lebensmittel
enthalten zudem wertvolle Mineralstoffe und Vitamine und tragen somit zur
Versorgung mit lebens- und leistungsnotwendigen Wirkstoffen bei.
Vorsicht vor versteckten Fetten!
Beim Fettverzehr sollten Sie sich zurückhalten! Wählen Sie immer fettarme
Lebensmittel (magere Fleisch- und Wurstsorten, fettarme Milchprodukte und
Käsesorten), dabei Streichfett (Butter) sparsam verwenden und durch den Einsatz
von spezialbeschichteten Pfannen den Einsatz von Kochfett drosseln. Aber
aufgespaßt, wahre Fettbomben entstehen aus ursprünglich mageren Lebensmitteln
(Kartoffeln, Hühnerfleisch, magerem Schweineschnitzel), indem sie paniert und
frittiert werden.
Wie viel Eiweiß braucht der Sportler?
Viele Athleten glauben, dass sie durch zusätzliche Einnahme von Eiweiß- bzw.
Aminosäure-Präparaten die Leistungsentwicklung positiv beeinflussen können. Fakt
ist, dass wir durch eine ausgewogene Basisernährung den Eiweißbedarf gut
abdecken. Unser Körper benötigt 22 Aminosäuren (Einzelbausteine der Eiweiße) zum
Aufbau von Körperzellen (z.B. Muskelzellen, Erythrozyten [rote Blutkörperchen],
Sehnen und Bändern) und Körpersubstanzen (z.B. Enzyme, Hormone). Mit der Auswahl
der Lebensmittel müssen wir gewährleisten, dass alle Aminosäuren-Bausteine zur
Verfügung stehen. Hier gilt das besondere Augenmerk den essentiellen
Aminosäuren, die der Organismus, im Gegensatz zu den nicht-essentiellen
Aminosäuren, nicht selbst herstellen kann. Durch regelmäßigen Verzehr von Milch
und mageren Milchprodukten, Kartoffeln, Getreide, Fisch, Ei und mageren
Fleischsorten lässt sich der Eiweißbedarf qualitativ und quantitativ gut
abdecken. Generell sollten Sie pflanzliche Eiweißlieferanten bevorzugen, da
tierische Eiweißquellen immer von unerwünschten Stoffen wie Cholesterin, Purinen
und Fetten begleitet sind.
Vitamine und Mineralstoffe
Vitamine kommen zwar nur in Spuren in unserem Körper vor, sind aber unabkömmlich
für unseren Stoffwechsel. Man kann sie, wie auch die Mineralstoffe, als
Zündkerzen unseres Körpers bezeichnen. Bei vielen Athleten treten häufig Mängel
an den Vitaminen der B-Gruppe (B1, B6, B12), Niacin, Folsäure und Vitamin C auf.
Bei den Mineralstoffen ist oftmals die Versorgung mit Kalium, Magnesium, Calcium
und den Spurenelementen Eisen und Zink knapp. Dieser Mangel ist durch den
Mehrbedarf des Sportlers zu erklären, der aber in der Regel durch eine
ausgewogene, abwechslungsreiche Mischkost gedeckt werden kann. Prinzipiell den
Bedarf durch Pillen abzudecken erscheint nach heutigen wissenschaftlichen
Erkenntnissen nicht sinnvoll, da in den Pflanzenzellen der natürlichen
Nahrungsprodukte neben den Vitaminen und Mineralstoffen noch weitere Wirkstoffe
enthalten sind, die sogenannten sekundären Pflanzeninhaltsstoffe. Hierbei
handelt es sich um Stoffe, die zum derzeitigen Zeitpunkt chemisch noch nicht
vollständig aufgeschlüsselt sind, von denen aber bekannt ist, dass sie für einen
reibungslosen Stoffwechsel unentbehrlich sind.
Fazit
Grundsätzlich führt der Weg zum sportlichen Erfolg nur über eine durchdachte
Basisernährung! Möchte ein Athlet es genau wissen, wie es um seine Nähr- und
Wirkstoffversorgung steht, kann er seine Ernährung auf den Prüfstein legen. Dazu
sollte er mindestens eine Woche lang ein Ernährungstagebuch führen, in das er
alles, was er isst, mit genauer Bezeichnung des Lebensmittels, Menge, Art der
Zubereitung usw. notiert. Häufig fällt dem Athleten schon beim Studieren des
Protokolls auf, wo die Defizite liegen. Will er es dann ganz genau wissen, kann
er sich einer Ernährungsanalyse unterziehen.
oben
Basisernährung - aber wie?
Ziel der Basisernährung ist es, den trainierenden Körper
bestmöglich mit Energie, Baustoffen und Wirkstoffen zu versorgen, so dass es
nicht zu Mangelerscheinungen wie
mangelnde Belastbarkeit,
verschlechterter
Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit,
verlangsamter
Regeneration nachTrainingsreizen und
Verletzungen kommt.
(erfolgt nach Akutphase)
Beachten Sie dabei die 10 goldenen Regeln der Ernährung:
Abwechslungsreiche, frische Mischkost
Täglich Getreideprodukte - Müsli, dicke Brotscheiben, Nudeln
Täglich mindestens 250g Gemüse - als Rohkost oder "al dente" gekocht
Täglich mindestens 250g Obst
Täglich Milch und magere Milchprodukte - Joghurt, Quark, Kefir, Buttermilch
Magere Fleisch- und Wurstsorten wählen
Sparsamer Einsatz von Streich- und Kochfett
Eier in Maßen
Mehrere Mahlzeiten am Tag
Viel Trinken (mindestens 2 Liter/Tag)
Frisch und abwechslungsreich essen
Wichtig ist, dass stets viel Abwechslung in den Speiseplan hereingebracht wird,
denn Monotonie ist für den Gaumen langweilig und birgt außerdem die Gefahr einer
Mangelernährung. Zudem sollte stets auf den Frischegrad der Produkte geachtet
werden. Sollte es nicht möglich sein, frisches Obst und Gemüse zu besorgen, ist
der Weg zur Gefriertheke eine gute Alternative. Tiefkühlgemüse und Obst sind
qualitativ sehr hochwertig, da die Vitamine und Mineralstoffe durch das
Tiefkühlverfahren erhalten bleiben. Vorsicht allerdings bei
Tiefkühl-Fertiggerichten: Sie sind häufig stark gewürzt (gesalzen) und enthalten
oft vermehrt Fett.
Strenge Verbote in der Ernährung darf es nicht geben. Jedem sollte jedoch
bewusst werden, dass es Lebensmittel gibt, die besonders wertvoll für unseren
Körper sind und dementsprechend oft verzehrt werden sollten, bzw. solche, die
nicht besonders günstig für den Stoffwechsel sind und folglich gemieden oder nur
in kleinen Mengen genossen werden sollten: Kartoffeln, Reis, Teigwaren (Nudeln),
Getreideprodukte (Brot, Getreideflocken) und Gemüse stellen immer die
Hauptspeise dar; Fleisch, Wurst, Käse und Eier sind die Beilage!
Mehrere kleine Mahlzeiten
Beachten Sie auch die Mahlzeitenverteilung über den Tags. Es ist weder sinnvoll
mit vollem Magen noch hungrig ins Training zu gehen. Deshalb hat es sich
bewährt, mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Zwischen den drei
Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittag- und Abendessen), die nicht zu voluminös sein
dürfen, um Müdigkeit und Magen-Darm-Beschwerden zu verhindern, sollte der
Sportler kleine Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen. Hier reicht meist schon z. B.
ein Stück Obst, ein Joghurt, ein kleines Käsebrot, um den Blutzuckerspiegel und
damit die Konzentration und Leistungskurve konstant zu halten. Vor harten
Trainingseinheiten sollte die letzte größere Mahlzeit mindestens zwei, besser
drei bis vier Stunden zurückliegen.
oben
Der Blutzuckerspiegel
Die Kohlenhydrate sind
auch zuständig für den Blutzuckerspiegel. Neben den Kohlenhydrat-Trägern (Reis,
Kartoffeln und Getreide), die Stärke als komplexes Kohlenhydrat enthalten, sind
in Süßigkeiten (Schokolade, Gummibärchen, Speiseeis), Kuchen, Brotaufstrichen
(Honig, Nuss-Nougat-Cremes, Marmeladen) oder auch Limonaden (v. a. in dem
bekannten amerikanischen Erfrischungsgetränk) die sogenannten Einfach- und
Zweifachzucker enthalten. Eine weitere Gruppe der Kohlenhydrate stellen die sog.
Mehrfachzucker dar, die gerne in Sport-Energiedrinks als Kohlenhydratkomponente
(Dextrine) eingesetzt werden.
Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate. Einfach- und Zweifachzucker
(Mono- und Disaccharide), Mehrfachzucker (Oligosaccharide) und die
Vielfachzucker (Polysaccharide) unterscheiden sich in ihrer Anzahl an
Kohlenhydratbausteinen. Während die Einfach- bzw. Zweifachzucker aus einem bzw.
zwei Zuckerbausteinen (z.B. Traubenzucker, Fruchtzucker) bestehen, können die
Vielfachzucker als Riesenmoleküle bezeichnet werden, bei denen hunderte bis
tausende Glucose- (Traubenzucker-) moleküle miteinander zu einer Kette verknüpft
sind.
Energie durch Einzelbausteine
Diese langen Ketten werden von unserem Verdauungstrakt in ihre Einzelbausteine,
die Glucosemoleküle, aufgespalten, denn nur die Einzelbausteine können die
Darmwand passieren, um dann als Energiequelle zur Verfügung zu stehen. Ist es
dann nicht sinnvoll, Kohlenhydrate vermehrt in Form von Einfachzuckern zu essen?
- Die Antwort ist "Nein!", wie die Veränderungen des Blutzuckerspiegels (BZS),
je nach Art des kohlenhydrathaltigen Lebensmittels, zeigt. Ein Bereich zwischen
70 und 100 mg/dl (Blut) zeigt das Blutzuckerspiegel-Optimum an. Beim
Einfachzucker steigt die Blutzuckerkurve rasant an, fällt aber auch rasant ab.
Ein zu niedriger BZS führt dann zu Konzentrationsschwächen und Leistungsabfall.
Bereits 90 Minuten nach Genuss von Süßigkeiten kommt es zum Unterzucker,
verbunden mit einer Heißhungerattacke - keine gute Voraussetzung für Training
und Wettkampf. Die Stärkemoleküle dagegen müssen im Verdauungstrakt Schritt für
Schritt in ihre Einzelbausteine aufgespalten werden, so dass die Einfachzucker
nach und nach in den Blutkreislauf sickern. Dies sorgt für einen sanften Anstieg
der Kurve, und der Blutzucker bleibt lange auf einem konstant gutem Niveau.
oben
Nahrungsmittel-Kombination
Produktbeispiele:
Getreide mit Milchprodukten
Müsli mit Milch
Brot mit Käse oder Quark
Vollkornnudeln mit Käse
Joghurt mit Weizenkeimen
Milchreis
Getreide mit Eiern
Rührei mit Brot
Buchenweizenpfannkuchen
Getreide mit Hülsenfrüchten
Erbsensuppe mit Vollkornbrötchen
Bohnensuppe mit Reis
Kartoffeln mit Ei oder Milchprodukten
Pellkartoffel mit Quark
Kartoffeln mit Spiegel- oder Rühreiern
Kartoffeln mit Käse überbacken
Kartoffelbrei
oben
Vitamine
und Mineralien
Vitamine und gute
Quellen
B1
Vollkornprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Naturreis, Hefe, mageres Schweine-
und Geflügelfleisch
B6
Vollkornprodukte, Weizenkeime, Bohnen, Hefe, Nüsse, Eier, Geflügel, Fisch,
Fleisch (Leber)
B12
Rindfleisch, Eier, Milch, Milchprodukte, Seelachs, Sauerkraut
Niacin
Vollkornprodukte, Erbsen, Seefisch, Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch
Folsäure
grünes Blattgemüse, Vollkornprodukte, Sojabohnen, Kartoffeln
C
frisches Obst und Gemüse (Paprika, Tomaten, schwarze
Johannisbeeren, Sanddorn, Zitrusfrüchte), Kartoffeln, Sauerkraut
Mineralien und gute Quellen
Calcium
Milch, Milchprodukte, Gemüse, Nüsse, Obst, Eigelb
Magnesium
alle grünen Gemüse, Kartoffeln, Nüsse, Obst, Hülsenfrüchte, Sojabohnen,
Kakaobutter
Kalium
Obst (Bananen, Aprikosen), Trockenfrüchte, Nüsse, Kakaopulver, Gemüse,
Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Bierhefe
Eisen
Fleisch, Leber, Eigelb, Vollkornprodukte, Hirse, Hülsenfrüchte, Spinat,
Schnittlauch, Bierhefe
Zink
Rindfleisch, Leber, Erbsen, Getreide
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